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Verkehr & RechtKurios

Dieser kleine schwarze Pfeil am Leitpfosten zeigt Ihnen auf der Autobahn den Weg zur Hilfe

Kleine schwarze Pfeile an den Leitpfosten zeigen zur nächsten Notrufsäule. Wie Sie die Säule nutzen, was der Pfosten sonst verrät und was bei einer Panne zählt.

Leitpfosten an der Autobahn, im Hintergrund eine orangefarbene Notrufsäule
Symbolbild: Leitpfosten an der Autobahn, im Hintergrund eine orangefarbene Notrufsäule. Bild: KI-generiert, Fahrschule Hummel

Das Wichtigste in Kürze

  • Der kleine schwarze Pfeil oben an den Leitpfosten der Autobahn zeigt die Richtung zur nächsten Notrufsäule. Die Säulen stehen etwa alle zwei Kilometer.
  • An der Säule genügt ein Knopfdruck oder das Anheben der Klappe. Die Zentrale erkennt automatisch, an welcher Säule Sie stehen.
  • Bei einer Panne gilt: Warnblinker, Warnweste, alle hinter die Schutzplanke, dann das Warndreieck. Der ADAC empfiehlt auf der Autobahn mindestens 150 Meter Abstand.
Inhalt
  1. Was der Pfeil genau anzeigt
  2. Notrufsäulen: etwa alle zwei Kilometer
  3. So benutzen Sie eine Notrufsäule
  4. Warum die Säule trotz Handy sinnvoll ist
  5. Was die Leitpfosten sonst noch verraten
  6. Panne auf der Autobahn: die richtige Reihenfolge
  7. Was Sie jetzt tun sollten

Alle paar Sekunden huscht auf der Autobahn ein weißer Pfosten am rechten Rand vorbei. Kaum jemand schaut genauer hin. Dabei tragen viele dieser Leitpfosten oben einen kleinen schwarzen Pfeil, und der hat eine klare Aufgabe: Er zeigt Ihnen, in welcher Richtung die nächste Notrufsäule steht.

Was der Pfeil genau anzeigt

Der Pfeil, manchmal eher ein spitzes schwarzes Dreieck, sitzt am oberen Ende des Pfostens. Zeigt er in Fahrtrichtung, liegt die nächste Notrufsäule vor Ihnen. Zeigt er zurück, ist der Weg nach hinten kürzer. Mehr Information steckt nicht darin, aber genau diese eine kann im Ernstfall Minuten sparen.

Ich gebe zu: Ich bin jahrelang auf der A 9 zwischen Leipzig und Berlin an diesen Pfosten vorbeigefahren, ohne den Pfeil je bewusst bemerkt zu haben. Seit ich davon weiß, sehe ich ihn ständig. Es lohnt sich, ihn einmal im Alltag zu suchen, solange nichts passiert ist. Im Stress nach einem Unfall entdeckt man Neues schlecht.

Notrufsäulen: etwa alle zwei Kilometer

Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gibt es an deutschen Autobahnen etwa 17.000 orangefarbene Notrufsäulen. Sie stehen in beiden Fahrtrichtungen in einem Abstand von etwa zwei Kilometern. Wer irgendwo dazwischen liegen bleibt, hat bis zur nächsten Säule also in der Regel höchstens rund einen Kilometer zu Fuß. Der Pfeil sagt Ihnen, in welche Richtung.

Zu Fuß heißt dabei: hinter der Schutzplanke, nicht auf dem Seitenstreifen. Was im Alltag meist Leitplanke heißt, nennen Fachleute übrigens Schutzplanke. Ziehen Sie vorher die Warnweste an.

So benutzen Sie eine Notrufsäule

Die Bedienung ist bewusst einfach gehalten. Es gibt zwei Bauarten:

  • Ältere Säulen mit Klappe: Sie heben die Sprechklappe an, und die Verbindung zur Notrufzentrale wird automatisch hergestellt.
  • Mit Tasten: Die rote Taste ist für einen Unfall oder einen anderen Notfall gedacht, die gelbe für eine Panne.

Danach sprechen Sie mit einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter der Zentrale. Nach Darstellung des GDV wird bei einer Panne zuerst geklärt, ob Ihr Fahrzeug sicher auf dem Seitenstreifen steht. Ist das nicht der Fall, wird sofort die Polizei verständigt. Steht es sicher, geht es um die passende Hilfe, etwa über Ihren Autoschutzbrief oder Ihren Automobilclub. Die Anrufe nimmt seit 2024 der Dienstleister Bosch entgegen, vorher war es eine Tochter der Versicherungswirtschaft in Hamburg.

Warum die Säule trotz Handy sinnvoll ist

Natürlich können Sie auch mit dem Handy die 112 wählen. Der Unterschied liegt in einer Frage, die im Stress erstaunlich schwer zu beantworten ist: Wo genau sind Sie? Autobahnnummer, Fahrtrichtung, die letzte Anschlussstelle, all das muss man am Telefon erst zusammenbekommen.

Die Notrufsäule nimmt Ihnen das ab. Jede Säule hat eine eigene Kennung, und die Zentrale sieht beim Anruf automatisch, wo sie steht. Dazu kommen ganz praktische Vorteile: Die Säule braucht keinen Akku, kein Netz auf Ihrem Gerät und keine Entsperrung. Und auf der falschen Seite der Autobahn ist sie ohnehin nicht.

Der Gesetzgeber schreibt übrigens nirgends vor, dass Sie die Säule statt des Handys nutzen müssen. Es geht nicht um Recht, sondern um Tempo und Genauigkeit.

Was die Leitpfosten sonst noch verraten

Leitpfosten heißen in der Straßenverkehrs-Ordnung ganz nüchtern Zeichen 620. In Anlage 4 der StVO steht, dass sie den Verlauf der Straße kenntlich machen und in der Regel im Abstand von 50 Metern stehen, in Kurven dichter. Je enger die Pfosten in einer Kurve aufeinander folgen, desto schärfer ist sie meist.

Auch die Reflektoren unterscheiden sich: Der Pfosten am rechten Fahrbahnrand trägt einen rechteckigen weißen Reflektor, der am linken Rand zwei runde. So erkennen Sie nachts auch ohne Fahrbahnmarkierung, auf welcher Seite der Straße ein Pfosten steht.

Die 50 Meter sind auch im Alltag nützlich. Die bekannte Faustregel „halber Tacho“ ergibt bei Tempo 100 genau 50 Meter Sicherheitsabstand, also den Abstand von einem Leitpfosten zum nächsten. Außerdem finden Sie am Fahrbahnrand von Autobahnen kleine Tafeln mit Kilometer- oder Stationsangaben. Wer mit dem Handy anruft, sollte diese Angabe nennen. Sie hilft den Einsatzkräften, die Stelle schnell zu finden.

Panne auf der Autobahn: die richtige Reihenfolge

Wenn Sie merken, dass etwas nicht stimmt, etwa weil im Cockpit eine Warnleuchte aufleuchtet, die sofortiges Anhalten verlangt, zählt eine klare Reihenfolge:

  1. Warnblinker an, solange Sie noch rollen, und so weit rechts wie möglich auf den Seitenstreifen. § 15 StVO verlangt das Warnblinklicht sofort, wenn ein liegengebliebenes Auto nicht rechtzeitig als Hindernis erkennbar ist.
  2. Warnweste noch im Auto anziehen. Mitführen ist in jedem Pkw Pflicht, so steht es in § 53a StVZO. Vorgeschrieben ist allerdings nur eine Weste. Sinnvoll ist eine pro Sitzplatz.
  3. Auf der Beifahrerseite aussteigen und mit allen Insassen hinter die Schutzplanke gehen. Dort warten Sie auch, nicht im Auto und nicht davor.
  4. Erst dann das Warndreieck aufstellen. Gehen Sie dabei möglichst hinter der Schutzplanke zurück. § 15 StVO nennt bei schnellem Verkehr etwa 100 Meter, der ADAC empfiehlt auf der Autobahn mindestens 150 Meter. Das sind mindestens drei Leitpfosten-Abstände, Sie können also einfach mitzählen: Gehen Sie bis zum vierten Pfosten oder etwas weiter.
  5. Hilfe rufen, über die Notrufsäule oder das Handy.

Gerade im Herbst und Winter lohnt ein Blick in den Kofferraum, ob Weste und Warndreieck wirklich griffbereit sind. Was darüber hinaus in ein sinnvolles Notfallset für die kalte Jahreszeit gehört, haben wir separat zusammengestellt.

Was Sie jetzt tun sollten

Achten Sie bei Ihrer nächsten Autobahnfahrt bewusst auf die Leitpfosten. Suchen Sie den kleinen schwarzen Pfeil und zählen Sie einmal mit, wie schnell die 50 Meter vorbeiziehen. Prüfen Sie, wo im Auto Warnweste und Warndreieck liegen, und legen Sie die Weste nach vorn, in Griffweite des Fahrersitzes. Der Pfeil am Leitpfosten ist übrigens nicht das einzige unscheinbare Symbol, das im Auto weiterhilft: Auch an der Tankanzeige verrät Ihnen ein kleiner Pfeil, auf welcher Seite der Tankdeckel sitzt. Wer die Reihenfolge einmal im Kopf durchgegangen ist, muss im Ernstfall nicht lange überlegen.

Häufige Fragen

Was bedeutet der schwarze Pfeil auf dem Leitpfosten an der Autobahn?

Er zeigt die Richtung zur nächstgelegenen Notrufsäule. Weil die Säulen etwa alle zwei Kilometer stehen, ist die nächste in der Regel höchstens rund einen Kilometer entfernt.

Wie funktioniert eine Notrufsäule an der Autobahn?

Je nach Modell heben Sie eine Klappe an oder drücken eine Taste: rot bei Unfall oder anderem Notfall, gelb bei einer Panne. Die Notrufzentrale erkennt automatisch, von welcher Säule Sie anrufen.

Wie weit muss das Warndreieck auf der Autobahn hinter dem Auto stehen?

§ 15 StVO verlangt bei schnellem Verkehr etwa 100 Meter. Der ADAC empfiehlt auf der Autobahn mindestens 150 Meter, das sind mindestens drei Leitpfosten-Abstände.

Faktencheck und Quellen

Dieser Artikel wurde von Lena Vogt recherchiert und geschrieben und am 12. Oktober 2026 von Sabine Müller, Fahrlehrerin seit 1997, nach dem Vier-Augen-Prinzip fachlich geprüft. Abstand der Leitpfosten mit StVO Anlage 4 (Zeichen 620), Pflichten beim Liegenbleiben mit § 15 StVO, Warnwestenpflicht mit § 53a StVZO sowie Abstand, Tastenbedienung und Zahl der Notrufsäulen mit den Angaben des GDV, Bedienung älterer Säulen mit Klappe mit den Hinweisen des ACE abgeglichen.

  • Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), § 15 und Anlage 4, Zeichen 620
  • Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO), § 53a Abs. 2
  • Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Informationen zu Notrufsäulen, März 2024
  • Autobahn GmbH des Bundes, Angaben zur Störung der Notrufsäulen im März 2026, zitiert nach auto motor und sport vom 11. März 2026
  • ADAC, Ratgeber "Warndreieck aufstellen: Entfernung und Bußgeld", Juli 2026
  • ACE Auto Club Europa, Hinweise zur Bedienung von Notrufsäulen

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Über den Autor

Lena Vogt

Redakteurin Verkehr und Recht · Leipzig

Hat Rechtswissenschaften studiert und schreibt seit über zehn Jahren über Verbraucherthemen. Übersetzt Paragrafen in Alltagssprache.

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